Der deutsche Markt für E-Zigaretten und Einweg-Vapes verändert sich 2026 in mehreren Dimensionen gleichzeitig. Strengere Regulierung, Verlagerung in spezialisierte Online-Shops, Verschärfung der EU-Aroma-Vorgaben und ein veränderter Konsumenten-Mix sorgen für ein Marktbild, das sich von 2023 deutlich unterscheidet. Ein Überblick über die wichtigsten Entwicklungen.
Marktgröße und Wachstumstrends
Nach Daten des Bundesverbands der E-Zigarettenhandel (VdeH) und ergänzenden Schätzungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) liegt das jährliche Marktvolumen für E-Zigaretten und Einweg-Vapes in Deutschland 2025 bei rund 950 Millionen Euro – gegenüber etwa 600 Millionen Euro im Jahr 2022. Das Wachstum geht überproportional auf das Segment der Einweg-Vapes zurück, das seit 2023 jährlich zweistellig zugelegt hat.
Parallel dazu hat sich die Vertriebsstruktur verschoben. Während 2022 noch ein Großteil des Umsatzes über Spätis, Tankstellen, Tabakwarenfachgeschäfte und Discounter abgewickelt wurde, verlagert sich der Verkauf zunehmend in spezialisierte Online-Shops. Branchenkenner schätzen, dass der Online-Anteil 2026 erstmals mehr als ein Drittel des Gesamtumsatzes ausmacht – mit weiter steigender Tendenz.
Regulatorische Bewegungen 2026
Mehrere regulatorische Vorhaben prägen das Jahr:
EU-Aroma-Beschränkungen. Die Europäische Kommission hat 2025 einen Verordnungsentwurf vorgelegt, der bestimmte Aroma-Kategorien (insbesondere kindlich anmutende Süßaromen) bei E-Zigaretten europaweit einschränken soll. Die Umsetzung in deutsches Recht wird in der zweiten Jahreshälfte 2026 erwartet, mit Übergangsfristen bis 2027.
Einweg-Diskussion auf EU-Ebene. Die EU-Kommission prüft seit 2024 ein Verbot von Einweg-E-Zigaretten unter dem Dach der Einwegkunststoff-Richtlinie. Frankreich hat 2024 ein nationales Verbot beschlossen, das 2025 in Kraft trat. In Deutschland steht eine entsprechende politische Entscheidung 2026 noch aus, wird aber innerhalb der Bundesregierung diskutiert.
Verschärfung der Altersverifikation. Die Bundesregierung hat im Frühjahr 2026 angekündigt, die Online-Altersverifikation für E-Zigaretten weiter zu verschärfen. Geplant ist eine verbindliche Anbindung an die elektronische ID-Funktion des Personalausweises.
Wer aktuell den Markt bestimmt
Auf der Markenseite dominieren wenige asiatische Hersteller das Einweg-Segment. RandM Tornado (in den Generationen 12.000, 15.000, 20.000 und 30.000 Züge), Elfbar, Lost Mary und Al Fakher sind im DACH-Raum die meistverkauften Marken. Spezialisierte Online-Anbieter wie Vapes von Trendbrothers.de bündeln diese Marken in ihren Sortimenten und liefern eine deutlich größere Auswahl als der klassische Spätis- und Tankstellenkanal – inklusive Aromen-Filter, technischer Altersverifikation und schnellem DACH-weiten Versand.
Aus Vertriebssicht ist diese Konsolidierung im Online-Kanal ein bemerkenswerter Trend: Ein Großteil des Wachstums findet bei wenigen spezialisierten Plattformen statt, während der traditionelle Mischhandel an Boden verliert.
Was Konsumenten und Branchenbeobachter wissen sollten
Für Konsumenten ergeben sich aus den aktuellen Entwicklungen drei praktische Konsequenzen. Erstens: Die Aroma-Vielfalt wird in den nächsten zwei Jahren voraussichtlich abnehmen, weil EU-Beschränkungen umgesetzt werden. Zweitens: Online-Käufe werden durch die geplante eID-Verifikation aufwendiger, aber rechtssicherer. Drittens: Wer auf die Sortimentstiefe spezialisierter Online-Shops setzt, hat aktuell noch die größte Auswahl – das könnte sich mittelfristig verändern.
Für Branchenbeobachter und Investoren ist die Marktdynamik interessant, weil sie ein Muster zeigt, das in anderen Konsumgüter-Kategorien ebenfalls auftaucht: Konsolidierung auf wenige asiatische Marken, Verschiebung des Vertriebs in spezialisierte Online-Plattformen, regulatorischer Druck als wesentlicher Marktveränderer.
Ausblick
Das Marktbild für 2027 hängt maßgeblich davon ab, wie Deutschland die EU-Aroma-Verordnung umsetzt und ob die politische Diskussion um ein Einweg-Vape-Verbot konkret wird. Wahrscheinlich ist eine schrittweise Verengung des Aroma-Spektrums, eine deutliche Verschärfung der Online-Altersverifikation und eine Marktverlagerung weg von Einweg- hin zu wiederbefüllbaren Pod-Systemen. Dieser Trend würde dann auch die ökologischen Probleme der Wegwerf-Geräte etwas entschärfen.
Häufige Fragen
Sind Einweg-Vapes in Deutschland verboten?
Nein, der Verkauf an Erwachsene ist legal. Frankreich hat 2024 ein Verbot beschlossen, Deutschland diskutiert die Frage politisch, hat aber bisher keine entsprechende gesetzliche Regelung verabschiedet.
Warum verlagert sich der Verkauf in spezialisierte Online-Shops?
Größere Sortimentstiefe, technisch sauberere Altersverifikation, breitere Markenauswahl und schnellerer Versand sind die Hauptgründe. Spätis und Tankstellen führen meist nur ein eingeschränktes Sortiment der Best-Seller.
Was bedeutet die EU-Aroma-Verordnung konkret für Konsumenten?
Bestimmte Aroma-Kategorien werden voraussichtlich nicht mehr verkauft werden dürfen – insbesondere süße, fruchtige und kindlich anmutende Aromen. Tabak- und Menthol-ähnliche Aromen sollen erhalten bleiben.
Stand: 21. Juni 2026.

