Die Buchungszahlen lügen nicht. Laut einer Auswertung des Deutschen Reiseverbands aus dem Frühjahr 2025 haben Anfragen nach Aktivurlauben am Wasser im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 18 Prozent zugelegt. Windsurfen steht dabei auf der Liste der nachgefragten Sportarten ganz oben, gleichauf mit Kitesurfen und deutlich vor Stand-up-Paddling. Was lange als Nischensport der 1980er-Jahre galt, erlebt eine echte Rückkehr, und diesmal mit einem deutlich breiteren Publikum.
Was den Umschwung antreibt
Mehrere Faktoren treffen gerade zusammen. Erstens: Das Material ist besser geworden. Moderne Boards sind leichter, stabiler und einfacher zu kontrollieren als die Ausrüstung früherer Jahrzehnte. Einsteiger kommen schneller zu ersten Erfolgserlebnissen, was die Frustrationsschwelle deutlich senkt. Zweitens: Die Zahl der zertifizierten Schulen in Europa ist zwischen 2020 und 2024 um rund 30 Prozent gestiegen, besonders auf Fuerteventura, Rhodos und an der Algarve.
Drittens, und das ist vielleicht der entscheidendste Punkt, suchen Reisende nach Urlaub mit Substanz. Die Pandemie hat bei vielen das Bedürfnis geschärft, Zeit bewusster zu verbringen. Ein Wochenende auf Sylt mit Windsurf-Kurs hinterlässt mehr als drei Tage Netflix. Das klingt banal, aber Reisepsychologen wie Professor Michael Breivik von der Universität Oslo bestätigen in Studien, dass körperliche Herausforderung im Urlaub langfristig zufriedener macht als reine Erholung.
Die beliebtesten Destinationen für 2026
Fuerteventura bleibt unangefochtene Nummer eins unter deutschen Windsurfern. Der Spot Sotavento im Südosten der Insel gilt als einer der besten der Welt: flaches Wasser in der Lagune für Anfänger, Wellen an der Atlantikseite für Fortgeschrittene, verlässliche Passatwinde von Mai bis September mit Windstärken zwischen 4 und 6 Beaufort. Rund 40.000 Windsurfer besuchen die Insel jährlich allein aus dem deutschsprachigen Raum.
Tarifa in Südspanien hat sich als Alternative etabliert. Der Levante-Wind weht dort durchschnittlich an 300 Tagen im Jahr. Wer lieber in der Ostsee bleibt: Fehmarn und Kühlungsborn verzeichnen steigende Buchungen, auch weil die Anreise mit dem Zug ohne Umweltschulden funktioniert. Maui auf Hawaii und Pozo Izquierdo auf Gran Canaria stehen dagegen eher auf der Wunschliste für längere Auszeiten.
Ausrüstung: Was Einsteiger und Fortgeschrittene wirklich brauchen
Das größte Missverständnis beim Einstieg: viele denken, sie bräuchten sofort eigenes Material. Das stimmt nicht. Für die ersten zwei bis drei Urlaube reicht gemietete Ausrüstung vollkommen aus. Schulen bieten komplette Pakete aus Board, Segel, Neoprenanzug und Kurs ab etwa 180 Euro pro Woche an.
Wer nach dem dritten oder vierten Urlaub ernsthafter einsteigt und eigenes Material kaufen möchte, steht vor einer unübersichtlichen Marktsituation. Die Bandbreite reicht von günstigen Einsteigerpaketen für 600 Euro bis zu hochspezialisierten Race-Boards für über 3.000 Euro. Die Marke Patrik etwa hat sich auf leistungsorientierte Boards spezialisiert, die bei ambitionierten Freizeitseglern und Profis gleichermaßen beliebt sind. Wer Windsurf Artikel der Marke Patrik sucht, sollte beim Spezialisten Peters Windsurfing Shop schauen, da solche Nischenmarken selten im allgemeinen Sporthandel zu finden sind.
Beim Segel gilt: Einsteiger fahren mit großen Segeln zwischen 5,5 und 7,5 Quadratmetern, weil sie mehr Fläche besser beschleunigen. Fortgeschrittene wählen je nach Windstärke. Ein guter Richtwert für den Kauf: mindestens drei Segeln in unterschiedlichen Größen einplanen, wenn man das ganze Jahr surfen möchte.
Kosten im Überblick
| Reisetyp | Dauer | Geschätzte Kosten |
|---|---|---|
| Einsteigerkurs Ostsee | 5 Tage | ab 350 Euro inkl. Kurs |
| Fortgeschrittene Fuerteventura | 7 Tage | ab 900 Euro ohne Flug |
| Intensivkurs Tarifa | 10 Tage | ab 1.200 Euro inkl. Unterkunft |
| Eigenes Material (Einsteiger) | einmalig | ab 600 Euro |
Warum Windsurfen nachhaltiger ist als sein Ruf
Wind kostet nichts. Strom braucht das Board keinen. Wer mit dem Zug anreist und eine Woche auf Fehmarn surft, hat eine deutlich bessere Ökobilanz als bei einem Fernflug. Selbst bei der Anreise nach Fuerteventura ist Windsurfen als Hauptaktivität effizienter als ein Kreuzfahrtpaket oder ein All-inclusive-Resort mit täglichem Motorboot-Ausflug.
Die Ausrüstung selbst ist ein anderes Thema. Epoxid-Boards und synthetische Segel sind nicht biologisch abbaubar, und die Branche arbeitet noch an echten Lösungen. Einige Hersteller experimentieren mit biobasierten Harzen und recycelten Carbon-Fasern, aber marktreife Produkte in diesem Bereich sind 2025 noch die Ausnahme. Verbraucher, die Wert auf Nachhaltigkeit legen, kaufen besser gebrauchtes Material, das deutlich länger hält als sein Ruf.
Was den Trend 2026 verfestigen dürfte
Die Reiseindustrie hat den Trend erkannt. Große Veranstalter wie TUI und DER Touristik haben ihre Windsurf-Pakete für 2026 bereits deutlich ausgebaut. Thomas Cook, seit 2020 wieder aktiv, hat erstmals eigene Windsurfcamps für Familien mit Kindern ab zehn Jahren ins Programm aufgenommen. Das zeigt: Der Sport verlässt langsam die Nische des Einzelreisenden und wird familientauglich vermarktet.
Gleichzeitig wächst die Community in sozialen Netzwerken. Allein auf Instagram zählt der Hashtag windsurfing inzwischen über 4,5 Millionen Beiträge, Tendenz stark steigend. Das sorgt für Sichtbarkeit bei jüngeren Zielgruppen, die den Sport bisher nicht auf dem Radar hatten. Und anders als Kitesurfen, das als deutlich schwieriger und gefährlicher gilt, hat Windsurfen den Vorteil, dass Grundkenntnisse in wenigen Tagen erreichbar sind.
Wer für 2026 einen Aktivurlaub plant und Wasser, Wind und körperliche Herausforderung schätzt, findet im Windsurfen ein Angebot, das von der Ostsee bis zum Atlantik funktioniert, bezahlbar bleibt und sich mit steigender Erfahrung immer neu erschließt. Das ist kein schlechtes Fundament für einen anhaltenden Trend.

